Was ist ein Meme? Junge Frau und Memes: Pixel Sunglasses, Doge und Kawaii Cat

Was ist ein Meme?

Oder vielleicht besser: What do you meme? ;)

Die kurze Antwort auf die Frage, was ein Meme ist, kennen Sie sicherlich:

Ein Meme ist ein lustiges Bildchen, das mit einem kurzen Text versehen wurde und in sozialen Medien und Messaging-Diensten wie WhatsApp massenhaft geteilt wird.

Z. B. erfreute sich im Jahr 2022 ein Will Smith Meme größter Beliebtheit:

Will Smith Meme - Will Smith schlägt Chris Rock bei der Oscar-Verleihung

Ohrfeige für Chris Rock bei den Oscars

Mit der obigen Beschreibung haben wir das häufigste Medium (Bild-Text-Kombination), die inhaltliche Ausrichtung (alle Spielarten menschlichen Humors), die wichtigsten Verbreitungswege sowie die Viralität als kennzeichnende Eigenschaft bereits genannt. Weitere mediale Formen, die häufig für Memes genutzt werden, sind:

    • Bewegtbild ohne Ton (animierte GIFs)
    • kurze Video-Clips (audiovisuell, also mit Ton)
    • reiner Text (in Schriftform oder gesprochen als Audiodatei)

Prinzipiell ist ein Meme also nicht an ein bestimmtes Medium gebunden. Auch in Videospielen oder auf Graffiti stößt man z.B. auf Memes. Und natürlich ist es insbesondere die Jugendsprache, in die neue Memes einfließen und so das Vokabular einer ganzen Generation prägen. Erinnern Sie sich noch an „I bims“? – Unser Jugendwort von 2017? Falls nicht, sind Sie vermutlich schon etwas älter, nicht besonders internetaffin oder haben diese sprachliche Marotte bereits erfolgreich aus Ihrem Gedächtnis verdrängt. Apropos Internet:

Wenn man es auf einen Satz verkürzen müsste, sind Memes nichts anderes als Insiderwitze, die im Internet geboren werden und viral gehen.

Es gibt sogar Internet-Plattformen wie 9gag oder imgur, auf denen es primär um die Meme-Erzeugung geht. Auch große Teile der Reddit- und Twitter-Community haben sich der Produktion neuer Memes verschrieben. Und das rund um Memes angelegte Gesellschaftsspiel namens What do you meme? erfreut sich seit Jahren größter Beliebtheit. Menschen lachen eben gerne und möchten Anerkennung für ihre Kreativität. Diese menschlichen Konstanten – Humor, Kreativität und Geltungsdrang – sorgen für einen steten Output der globalen Meme-Fabrik, die wie eine richtige Fabrik Ressourcen verbraucht, aber das nur anbei.

Eine kleine Begriffsgeschichte
(Achtung: Es wird kurz wissenschaftlich)

Springen wir einmal zeitlich zurück. Es gab natürlich schon Memes, bevor es die Bezeichnung gab. Im 19ten Jahrhundert waren z.B. Zeitungen das Hauptmedium für Memes, wie dieses Forschungsprojekt zeigt, – und mit Sicherheit wurden schon in der Antike lustige Sprüche und Bildchen in Mauern gekratzt; nichts anderes bedeutet Graffito ja ursprünglich.
Der Begriff Mem (deutsch ausgesprochen) hat seine Wurzeln im Altgriechischen und ist eng mit dem Wort Imitation verwandt. Er wurde erstmals 1948 in einer deutschen philosophischen Schrift verwendet, blieb seinerzeit aber unpopulär. Das englische Pendant (meme) ist seit Ende der 70er Jahre in Gebrauch, also lange bevor das Internet populär wurde. Geprägt wurde es durch den Evolutionsbiologen Richard Dawkins und sein Werk The Selfish Gene (erschienen 1976).

Cover der Jubiläumsausgabe von 2006

Natürlich war zunächst etwas anderes damit gemeint. Meme fungiert bei Dawkins als Gegenbegriff zu gene. Auf Deutsch lässt sich das in etwa so zusammenfassen: Während Gene biologische Informationen transportieren, seien Meme (Plural von Mem) so etwas wie die Grundeinheiten kultureller Information. Weiterhin besagt die Hypothese, dass Meme einem ähnlichen Wandlungsprozess unterliegen wie Gene innerhalb der biologischen Evolution.
Die Memtheorie von Dawkins ist umstritten, war aber so einflussreich, dass der Begriff im Zuge der digitalen Revolution aufgegriffen wurde, um das Internetphänomen zu beschreiben, um das es hier geht. Der Bedeutungsbereich wurde also eingeschränkt, schließlich sollte der Begriff ursprünglich alle Formen von Kultur einschließen.

Porträts von Dawkins wurden häufiger selbst zu Memes. Diese Version haben wir mit imgflip erstellt.

Unabhängig von Dawkins eignen sich einige aus der Biologie entlehnte Begriffe tatsächlich gut, um das Phänomen des Internet-Memes zu beschreiben. Wir werden weiter unten darauf zurückkommen.

Know your meme: Der abgelenkte Boyfriend

Eines der bekanntesten Bild-Text-Memes der letzten Jahre wurde unter dem Namen Disctracted Boyfriend bekannt. Es zeigt einen jungen Mann – den Boyfriend –, der einer hübschen Passantin hinterherschaut und dabei von seiner Freundin ertappt wird. Sie haben es bestimmt schon in den verschiedensten Varianten gesehen. Hier eine frühe Version, die 2017 zum Durchbruch als Meme führte:

Distracted Boyfriend Meme - bekannte Version - socialism, the youth, capitalism

Das Foto, das hier Verwendung findet, ist ein Stockfoto mit Freizeitmodels, die auf diesem Weg unverhofft bekannt wurden. Das Motiv wird immer wieder eingesetzt, wenn es darum geht, eine Umorientierung oder einer Form von Untreue oder Verrat zu illustrieren. Die Beschriftungen werden dann einfach ausgetauscht. Inzwischen vergeht kein Tag, an dem keine neue Variante des Memes auftaucht. Es ist von pandemischer Viralität und mutiert buchstäblich heiter weiter.

Wie erstelle ich ein Meme?

Keine Sorge, Sie müssen kein Photoshop Philipp sein, um eine eigene Meme-Variante zu erstellen. Im Netz gibt es zahlreiche kostenlose Angebote, die eine schnelle und einfache Erstellung versprechen. Wir können Ihnen z.B. den Meme-Generator von imgflip.com empfehlen. Mit diesem haben wir u.a. eine neue Version des Disctracted-Boyfriend-Memes erstellt, nicht ganz uneigennützig versteht sich. ;)

Distracted Boyfriend Meme - eigene Version - cloudbasierte Bildverwaltung, Marketer, lokale Festplatte

Wie funktioniert ein gutes Meme?

Der abgelenkte Boyfriend eignet sich deshalb gut, weil das Foto einen leicht nachvollziehbaren Konflikt zeigt: Drei Akteure, eindeutiges Minenspiel und eine gewisse Komik. Diese einfache logische Struktur macht das Motiv gut auf andere Situationen oder Themen übertragbar. Es kann dadurch nahezu universell eingesetzt werden. Außerdem ist das Bild gerade mal 84 KiloByte groß und liegt als JPEG-Datei vor, ein Format, mit dem jede/r was anfangen kann. Mithin kann es sehr einfach geteilt und damit repliziert werden, wie es im Virologensprech heißt.

Wir können also festhalten:

Will man virale Inhalte schaffen, dann sollte man auf leichte Entschlüsselbarkeit, breite Einsetzbarkeit und geringe Replikationshürden achten – und lustig muss das Ganze natürlich sein, sehr lustig.

Imitation und Replikation

Die Replikation von Dateien bedeutet Vervielfältigung ohne Veränderung, denn anders als bei der biologischen Replikation entstehen keine zufälligen Mutationen. Imitation (zu gut Deutsch Nachahmung) schließt Veränderung hingegen stets mit ein und kann verschiedene Facetten haben. Klassischerweise würde man vermutlich Parodie, Hommage oder Persiflage aufführen. Im Internetslang mag es andere Begriffe geben, aber das spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass ein bereits existierendes Motiv aufgegriffen und kreativ bearbeitet wird. Die Veränderung darf natürlich nicht so weit gehen, dass das ursprüngliche Motiv nicht mehr erkennbar ist. Der Betrachter sollte stets gedanklich ausrufen können: „Ach, das kenne ich doch schon in anderer Form!“

So viel zu den Mechanismen der Meme-Bildung. Im nächsten Abschnitt möchten wir uns noch kurz ins Spannungsfeld von Memes und Urheberrecht hineinwagen.

Unterliegen Memes dem Urheberrecht?

Die Antwort lautet JA. Ein großer Teil der kursierenden Memes basiert auf urheberrechtlich geschützten Inhalten. Grundsätzlich müssen für die Verwendung fremder Inhalte entsprechende Nutzungsrechte eingeholt werden. Das gilt natürlich auch beim Erstellen und Verbreiten von Memes. In der Praxis machen das allerdings die wenigsten. Urheber und Rechteinhaber von Filmen, Comics und anderen Inhalten der Popkultur erhalten also in der Regel kein Geld dafür, dass ihr Content Teil eines Memes wird. Indirekt können sie natürlich durchaus davon profitieren, da der Bekanntheitsgrad ihrer Werke gesteigert wird.

Privatpersonen werden höchst selten aus urheberrechtlichen Gründen für das Veröffentlichen oder Teilen eines Memes verurteilt; aus anderen Gründen werden sie das deutlich häufiger, z.B. dann, wenn der Straftatbestand der Volksverhetzung oder Verfassungsfeindlichkeit vorliegt. Memes solchen Inhalts sind ja leider auch weit verbreitet. Zudem werden häufig Persönlichkeitsrechte verletzt, und zwar nicht nur die von Personen des öffentlichen Lebens, sondern auch die von Privatpersonen. Zu nennen ist hier natürlich vor allem das Recht am eigenen Bild. Lange Zeit galt das Internet als rechtsfreier Raum, aber in den letzten Jahren ist man hierzulande wehrhafter geworden, insbesondere wenn es um Hassbotschaften oder die Verletzung von Persönlichkeitsrechten geht. Das ist gut so und wird die Meme-Kultur ganz sicher nicht aussterben lassen, wie manche Kritiker befürchten.

Memes und Marketing

Natürlich werden Memes auch als Marketing-Instrument genutzt. Es gibt stets gezielte Versuche, eigene Marken und Produkte oder Formen geistigen Eigentums in ein Meme einfließen zu lassen. Diese Versuche scheitern allerdings häufig, insbesondere dann, wenn die kommerzielle Absicht deutlich erkennbar ist.

So sieht das z.B. beim Autovermieter Sixt aus:

Quelle: offizielle Facebook-Seite von Sixt

Zugegeben, Sixt hat mit provokanten Memes schon größere Erfolge feiern können, einfach ist das jedoch nicht. Kostenlose Viralität ist schließlich der heilige Gral des Content Marketings: Man muss sie sich geschickt erarbeiten.

Bildrechte professionell verwalten

Falls Sie im Bereich Marketing tätig sind und im Zuge der Verteilung oder Freigabe von Fotos auf die Einhaltung von Urheber- und Persönlichkeitsrechten achten müssen, dann kann Ihnen eine professionelle Bildverwaltungssoftware dabei helfen, den Überblick zu behalten und viel Routinearbeit zu sparen. Der teamnext | Media Hub ist eine cloudbasierte Bildverwaltung, die in puncto Rechte- und Lizenzmanagement keine Wünsche übrig lässt. Sie richtet sich an Kunden, die größere Medienpools erschließen, pflegen und nutzen müssen und besonders hohen Wert auf Datenschutz und Rechtssicherheit legen.

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