Warum Content heute nicht verwaltet, sondern aktiviert werden muss
By Robin Fillinger
Rund 69 Prozent aller Werbeinvestitionen in Deutschland fließen inzwischen in digitale Kanäle. Gleichzeitig investieren Unternehmen hierzulande jährlich über 30 Milliarden Euro in digitales Marketing.
Dennoch werden digitale Inhalte in vielen Organisationen noch immer über klassische Ordnerstrukturen, Cloudspeicher oder isolierte Systeme organisiert.
Das Problem: Unternehmen investieren massiv in die Produktion von Content, aber oft zu wenig in dessen intelligente Aktivierung und Distribution.
Die eigentliche Herausforderung moderner Kommunikation
In den vergangenen Jahren haben viele Organisationen ihre Content-Produktion massiv professionalisiert. Und das aus gutem Grund: Wer heute relevante Zielgruppen erreichen will, muss dort präsent sein, wo Aufmerksamkeit stattfindet: digital.
Gerade die Generation Z verändert die Spielregeln der Kommunikation nachhaltig. Rund die Hälfte ihrer Wachzeit verbringt sie vor Bildschirmen. Wer diese Zielgruppe künftig erreichen will, braucht nicht nur digitalen Content, sondern vor allem die Fähigkeit, Inhalte schnell, flexibel und kanalübergreifend auszuspielen. Dabei entstehen heute täglich enorme Mengen an Assets:
- hochwertige Kampagnen
- Social-Media-Formate
- Sponsoren-Assets
- Video-Content
- Pressebilder
- digitale Branding-Materialien
Doch mit der wachsenden Content-Menge verschiebt sich auch das eigentliche Problem. Nicht die Produktion wird zum Engpass, sondern die Distribution.
Denn viele Inhalte verschwinden nach ihrer Erstellung in Ordnern, werden doppelt produziert oder nie wieder verwendet. Studien zeigen: Je nach Branche bleiben zwischen 52 und 70 Prozent des produzierten Contents ungenutzt. Ein enormer Ressourcenverlust – sowohl wirtschaftlich als auch kommunikativ.
Warum klassische Digital Asset Management Systeme an Grenzen stoßen
Klassische Digital Asset Management Systeme wurden ursprünglich dafür entwickelt, Medienbestände zentral zu speichern und sauber zu organisieren. Im Mittelpunkt standen vor allem administrative Aufgaben wie:
- Speicherung
- Versionierung
- Metadatenmanagement
- Archivierung
- Rechteverwaltung
Diese Funktionen sind nach wie vor essenziell. Ohne Struktur, Ordnung und klare Zugriffsrechte funktioniert modernes Content Management nicht. Doch die Anforderungen an Kommunikation haben sich grundlegend verändert.
Heute reicht es nicht mehr aus, Inhalte lediglich abzulegen und auffindbar zu machen. Organisationen stehen vor der Herausforderung, Content schnell, flexibel und kanalübergreifend verfügbar zu machen. Die entscheidende Frage lautet deshalb längst nicht mehr:
„Wo liegt die Datei?“
Sondern vielmehr:
„Wie kommt der richtige Content in Echtzeit zu den richtigen Menschen?“
Genau an diesem Punkt stoßen viele klassische DAM-Systeme an ihre Grenzen. Sie verwalten Inhalte, aktivieren sie aber nicht.
Wie AI moderne Content- und DAM-Prozesse verändert
Mit der stetig wachsenden Menge digitaler Inhalte wird Artificial intelligence (AI) zunehmend zum entscheidenden Faktor moderner Content-Prozesse. Denn je größer Medienbestände werden, desto schwieriger wird es, Inhalte manuell zu organisieren, wiederzufinden und effizient bereitzustellen. Genau hier verändert AI die Spielregeln.
Moderne Systeme können Inhalte heute automatisiert analysieren, strukturieren und kontextbezogen verfügbar machen, unter anderem durch:
- automatische Verschlagwortung
- Gesichts- und Objekterkennung
- intelligente Suchprozesse
- Duplikaterkennung
- automatisierte Inhaltszuordnung
Der entscheidende Unterschied: Content wird nicht mehr nur gespeichert, sondern aktiv nutzbar gemacht. Das reduziert nicht nur administrative Aufwände. Es verändert auch die Arbeitsweise ganzer Kommunikations- und Marketingteams. Während Routineprozesse automatisiert im Hintergrund laufen, entsteht mehr Raum für die eigentliche kreative Arbeit:
- Storytelling
- Kampagnenentwicklung
- kreative Content-Formate
- strategische Kommunikation
AI ersetzt dabei keine Kreativität. Sie schafft vielmehr die technologische Grundlage, um kreative Prozesse schneller, effizienter und skalierbarer umzusetzen.
Besonders im Sport entscheidet Distribution über Reichweite
Kaum eine Branche produziert heute so schnell und kontinuierlich digitalen Content wie der professionelle Sport. Clubs, Verbände und Organisationen veröffentlichen täglich enorme Mengen an Inhalten:
- Spieltagscontent
- Social-Media-Clips
- Sponsorenassets
- Pressebilder
- Highlight-Videos
- Branding-Materialien
Die Herausforderung liegt dabei längst nicht mehr in der Produktion. Content entsteht heute in Echtzeit — oft parallel auf mehreren Plattformen und für unterschiedliche Zielgruppen gleichzeitig. Der eigentliche Erfolgsfaktor ist die Distribution.

Foto: HBL/Klahn
Denn Reichweite entsteht nicht allein durch guten Content, sondern durch die Fähigkeit, Inhalte unmittelbar verfügbar zu machen, damit Sponsoren, Medien, Spieler oder Partner sie eigenständig veröffentlichen und weiterverbreiten können. Wer Assets zu spät bereitstellt oder Prozesse nicht skalieren kann, verliert Sichtbarkeit, Relevanz und am Ende auch wirtschaftliches Potenzial.
Wie relevant dieser Faktor inzwischen geworden ist, zeigt auch die Zusammenarbeit zwischen teamnext und der Handball-Bundesliga (HBL). Dort unterstützt der Media Hub dabei, Inhalte zentral bereitzustellen und sie in Echtzeit für Clubs, Partner und Medien nutzbar zu machen. Ein entscheidender Vorteil in einer Kommunikationswelt, die von Geschwindigkeit und Reichweite geprägt ist.
Genau deshalb entwickeln sich moderne DAM-Plattformen zunehmend zu zentralen Distribution-Hubs für digitalen Content. Mit Lösungen wie dem teamnext Media Hub rückt dabei nicht mehr nur die Verwaltung von Assets in den Mittelpunkt, sondern vor allem die Frage, wie Inhalte schneller, einfacher und zielgerichteter distribuiert werden können.